Spitzwegerich

Plantago lanceolata Ø

Spitzwegerich-Urtinktur

Löschen, befeuchten, kühlen

Wesen der Pflanze

Zwischen den Fingern zerriebene Spitzwegerichblätter haben eine schleimartige Konsistenz und weisen auf einen feuchten, kühlen Charakter hin. Als Standort sucht die Pflanze hingegen eher trockene Stellen. Der Spitzwegerich trägt somit das Prinzip der Feuchtigkeit ins Trockene.

Seinem Wesen nach ist der Spitzwegerich – bildlich gesprochen – ein pflanzlicher »Feuerlöscher«. Er wird angezogen von überhitzten, aufflammenden Prozessen, die er zu löschen und zu kühlen vermag. Man könnte sagen, er überzieht die Brandstellen mit einer kühlenden, schleimartigen Schicht, die sich befeuchtend und schützend über die Flächen legt. Natürlich handelt es sich hierbei nicht um konkretes Feuer, sondern um entzündliche Prozesse. Plantago hat einen kühlenden und heilenden Einfluss auf entzündliche Erkrankungen der Schleimhäute der Atemwege.

Die Pflanze steht in einem wesenhaften Bezug zu den Amphibien, deren Haut immer feucht sein muss. Genauso wie diese Tiere an der Grenze zwischen Wasser und Luft leben, vermittelt der Spitzwegerich zwischen dem Wässrigen der Lebenskräfte und dem Luftigen des Lebensatems. Hierbei ist die Lunge das vermittelnde Organ, dessen Funktion der Spitzwegerich zu unterstützen vermag.

Aufflammende Prozesse können auch im Seelischen in einer eruptiven Emotionalität gesehen werden. Der dem Spitzwegerich entsprechende Konstitutionstyp hat intensive Gefühle. Er ist ein Hitzkopf und fühlt sich schnell angegriffen. Schon das kleinste Fünkchen kann ein unkontrollierbares Feuer entfachen. Er explodiert und rastet aus, um später erschöpft nach Atem zu ringen. Solche Menschen können zu Entzündungen der Haut und der Schleimhäute, zu Atemproblemen und chronischer Bronchitis neigen.

Der Spitzwegerich wirkt sowohl auf der seelischen als auch auf der körperlichen Ebene, indem er die überschießende, feurige Emotionalität kühlt und die entzündete Schleimhaut mit einer schützenden, antiseptischen Schicht überzieht. Dadurch lindert er die Reizzustände und begünstigt die Heilung.

Anwendungsgebiete

Reizhusten, chronische Bronchitis, Entzündungen der Mundschleimhaut und der Luftwege, zur Unterstützung bei Krankheiten, die mit einer Schwächung der Lunge zusammenhängen

Äußerliche Anwendung: Entzündliche Veränderungen der Haut und der Schleimhaut, Aphten, Insektenstiche

Inhaltsstoffe

IridoidglykosideGerbstoffeFlavonoide

Wirkungen

Bakteriostatischentzündungshemmendhustenreizstillendwundheilungsfördernd

Dosierung

1–3-mal täglich 2–5 Tropfen in wenig Wasser einnehmen oder direkt in den Mund geben. Richtwert für eine durchschnittliche Dosierung ist 3 mal 3 Tropfen täglich. Zum Gurgeln: 7 Tropfen in ein halbes Glas Wasser geben.

QUELLEPflanzliche Urtinkturen — Wesen und Anwendung, Roger & Hildegard Kalbermatten.
Digitale Leseausgabe · Kapiteltexte aus dem Werk · zur Information über überliefertes Pflanzenwissen, ohne Anspruch auf ärztliche Beratung.
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